Meine Wikinger

Samstag, 28. Januar 2012

Spielstraßen: Der Parkplatz

Zu einem richtigen Straßennetz gehören auch Parkplätze, daher gibt es von den Spielstraßen ein Set von sechs Karten, die zusammen einen großen Parkplatz mit Zufahrt und Zebrastreifen ergeben. Theoretisch ließe er sich auch noch vergrößern, wenn man das eine Mittelteil mehrfach verwendet.
Auf einem solchen Parkplatz, wie hier am Rande eines Geschäftsviertels, passiert mehr als man denkt. Es ist mehr als nur ein Platz auf dem Autos abgestellt werden, es ist auch der Schauplatz kleinerer und größerer Dramen, eine Bühne für fahrerische Glanzleistungen beim Einparken und für Parkversuche über die man besser schweigt. Die Menschen dort sind nicht nur einfach Fahrer und Passagiere, sondern jeweils eigene Persönlichkeiten, die ihre eigene Geschichte haben und diese erzählen, wenn man sie nur aufmerksam genug beobachtet.

Beginnen wir mit dem Ehepaar Becker am grünen Opel Caravan. Vom sicherlich nicht erholsamen Einkauf zurückgekehrt stehen sie wieder am Auto, sie mit zwei Taschen und einem Buch unterm Arm, er mit Aktentasche und ihrem neuen Mantel. Wie zwei Kontrahenten stehen sie sich gegenüber: "Aufschließen? Ich dachte du hast den Schlüssel!" Als würde dies noch nicht für genug Spannungen sorgen, hat Herr Becker natürlich längst die beiden eleganten Coupes rechts und links von seinem Kombi entdeckt. Sowas würde er ja viel lieber fahren, aber mit Familie braucht man halt Platz. Auch Frau Becker sind die Nachbarn nicht entgangen, was zu der Frage führt, wer sich bloß für dieses maigrün entschieden hat, rot wäre doch eine viel schönere Farbe. Man müsse sich nur mal auf dem Parkplatz umsehen, lauter schöne rote Autos...


Etwas weiter rechts wartet Herr Fischer in seinem Käfer am Fußgängerüberweg. Nicht nur, dass der Strom an Fußgängern kaum aufzuhören scheint (bis der Kinderwagen vorbei ist, kommen von links die nächsten), jetzt muss er auch noch auf Fahrradfahrer aufpassen. Die haben hier ja nun wirklich nichts zu suchen. Dazu kommen noch so unaufmerksame Fußgänger wie der Herr rechts, der in der Zeitung liest während er läuft. Kein gutes Vorbild!
Neidisch blickt er auf das Pärchen vor ihm im korallenroten Cabrio. Zwar auch ein Käfer wie seiner, aber bei gutem Wetter einfach das Dach aufmachen zu können wäre schon schön...


Noch am Anfang ihrer Einkaufstour sind Herr und Frau Schreiber, aber auch hier bauen sich erste Spannungen auf. Herr Schreiber hat gerade erst seinen Opel Kapitän abgestellt, da darf er sich schon Vorwürfe anhören. Leider ist nicht zu verstehen worum es geht. Vielleicht stört es sie, wie schlampig ihr Mann wieder eingeparkt hat. Selbst wenn die Parkplätze zu kurz und ungewöhnlich breit sind, sollte das doch besser machbar sein. Vielleicht hat sie aber auch das Zeichen unter dem Auto entdeckt, das diesen Parkplatz als Behinderten-Parkplatz ausweist. Sie hat zwar selber keinen Führerschein, meint aber gehört zu habe, das dort nicht jeder parken darf. Herr Schreiber steht ruhig da, die Hände in den Manteltaschen, und wartet ab, bis seine Frau fertig ist mit ihren Vorwürfen. So etwas scheint bei den beiden wohl öfter vorzukommen.

Doch es gibt auch Leute die nicht zum Einkaufen oder sonstigen Vergnügungen hierher gekommen sind. Dazu gehört z.B. der Postbote der hier seinen VW Transporter einfach auf dem Gehweg abgestellt hat. Mit einem Handkarren liefert er seine Pakete aus und hat keine Augen für die Schaufenster um ihn herum. Ganz anders die Familie Hansen rechts im Bild, gemeinsam betrachten sie die Angebote des Zweirad-Geschäftes. Drinnen gibt es eine beeindruckende Auswahl an Fahrrädern und Motorrollern auf drei Stockwerken, da sollte doch etwas passendes dabei sein. Nur der Preis sorgt natürlich für Diskussionen, viel gibt das Konto nicht her.

Anders sieht es wohl beim Besitzer dieses schwarzen Mercedes 300 aus. Dank Chauffeur entfallen sowohl Fahrstress als auch Parkplatzsuche. Stattdessen wird dem Umfeld gezeigt 'seht her, ich bin erfolgreich. Ich kann mir so etwas leisten'. Woher er sein Geld hat ist nicht bekannt, vielleicht gehört im ja sogar eines der Unternehmen oder Geschäfte in diesem Viertel. Neidische Blicke sind ihm jedenfalls sicher.

Weiter geht es zur Familie Petersen, die zu viert vom Einkaufen zu ihrem Opel Caravan zurückkehrt. Der kleine Michael ist als erster am Auto, scheitert ohne Schlüssel aber an der verschlossenen Tür. Seine Eltern müssen erstmal an den Kofferraum, um die Einkäufe und den Kinderwagen zu verstauen. Verständlich, dass das Michael zu lange dauert. Er will nach Hause, der Einkauf hat ihm keinen Spaß gemacht, wieder hat er nicht bekommen was er wollte. Ob die Eltern Spaß hatten darf bezweifelt werden, aber eine Betreuung für die Kinder hatten sie nicht gefunden, also mussten beide mit zum Einkaufen.

Gegenüber parkt Herr Richter gerade sein Mercedes Cabriolet aus. Der Schulterblick muss dabei leider entfallen, sein Hals ist dazu zu steif und auf seine Frau als Einweiserin wollte er sich lieber nicht verlassen. Aber zum Glück ist hinter ihm frei und durch den Rückspiegel hat er ja dank fehlendem Dach freie Sicht nach hinten. Der soeben gekaufte Koffer für die nächste Reise ist auf der Rückbank verstaut, die restlichen Einkäufe passten zum Glück in den Kofferraum. In einem solchen Cabrio präsentiert man sich lieber mit einem aufgeräumten Innenraum, schließlich hat jeder ungehinderten Einblick. Bei dem nebenan stehenden 190SL wäre das mit dem Koffer wohl eng geworden. Schön und schnell mag er ja sein, aber bei der Alltagstauglichkeit hapert es dann doch.

Damit ist der Rundgang über den Parkplatz beendet. Wenn ihr demnächst mal an einem solchen Parkplatz seid und etwas Zeit habt, bleibt einfach ein bisschen stehen und beobachtet, es gibt so einiges zu entdecken ;-)

Sonntag, 22. Januar 2012

Diorama: Drahtachser-Dorf

Dieses Diorama entstand für ein Sammlertreffen in Wiesbaden und war dort mit einem Festumzug bestückt.
Nach dem Treffen wurden die Fahrzeuge wieder entschmückt und das Diorama mit Drahtachsern neu dekoriert. So steht es heute noch bei mir im Wiking-Zimmer:
Die Häuser sind von RS-Modell und Vau-Pe, die Bäume von Faller, die Zäune rechts von Hoffmann und der Polizist in der Mitte von Brawa, alle anderes Teile stammen von Wiking.
Wie so oft ist aus dem Dorfmittelpunkt mit Kirche eine große betriebsame Kreuzung geworden. Der viele Verkehr, fehlende Bürgersteige und der Parkplatz vor der Kirche sorgen für ein solches Gefahrenpotential, dass ein Verkehrspolizist auf einer erhöhten Plattform den Verkehr regeln und überwachen muss.
Die breite Zufahrtsstraße führt direkt auf die Kirche zu, nach einem kurzen Halt kann man entweder, wie die graue Schräghecklimousine, nach rechts abbiegen, oder, wie der leuchtgrüne Opel, hinter dem Polizisten nach links. Geradeaus sind die Parkplätze für Besucher der Kirche und des Friedhofs, zur Zeit stehen dort nur zwei Käfer.
Von einer ruhigen Wohnlage kann man hier wohl kaum sprechen, die Dodge Feuerwehr-Fahrzeuge stechen jedoch aus dem allgemeinen Verkehrslärm heraus. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Fahrer des Sportviersitzers noch einen Moment wartet und ihnen nachschaut, bevor er selber losfährt. Hoffentlich ergeht es ihm besser, als dem Fahrer des blauen Cabrios, das hier gerade abgeschleppt wird:
An der Tankstelle neben der Kirche unterhält sich der Tankwart gerade mit dem Fahrer des auffälligen VW Bus. Er hat natürlich sofort erkannt, dass dieser von der Serie abweicht und modifiziert wurde ;-)
Wem das jetzt alles zu bunt wird, für den gibt es das ganze auch noch mit weniger Farben:
Neben der Tankstelle steht dieses Haus, direkt an der Straße, aber dafür mit einem Porsche in der Einfahrt. Eine angenehme Alternative zu dem Fahrrad daneben, denn wie man im Vordergrund sieht, müssen sich Radfahrer und schwere LKW die Straße teilen. Im Hintergrund sieht man ein anderes Diorama, den Wochenmarkt.
Die Wiking-Modelle und die mit ihnen erschaffene Welt ist ein Abbild des realen Lebens und zu diesem gehört leider auch der Tod. Neben der Kirche steht diese Familie am Grab. Wer dort liegt kann nur vermutet werden, es ist jedoch erkennbar, dass jemand fehlt.
Auch auf der anderen Seite der Kirche steht eine Familie an einem Grab, das gerade neu bepflanzt wurde. Leider werden nicht alle Gräber so gepflegt, bei den meisten steht nur der Grabstein und erinnert an einzelne Schicksale.
Zum Abschluss noch zwei "alte" Bilder. Einmal der Blick über die Hecke in den Garten des dritten Hauses. In der Einfahrt steht ein blauer Opel, ein Fahrrad steht bereit. Im Hintergrund das Brandenburger Tor (Schaufensterdisplay).
Mit dem letzten Bild geht es wieder zurück an den Ausgangspunkt, die breite Hauptstraße. Mutter und Kind warten hier auf einer Verkehrsinsel darauf, dass der Fiat LKW vorbei gefahren ist.

Samstag, 21. Januar 2012

Der Gelbe Katalog - eine Chronik

UPDATE vom 03.02.2015:
Durch einen anderen Sammler habe ich erfahren, dass es eine zweite Auflage des Gelben Katalogs 1991 gab. Diese ist nun ebenfalls in dieser Übersicht eingepflegt. Vielen Dank für den Hinweis und das Bild!

UPDATE vom 11.08.2013:
Dankenswerterweise hat mir der frühere Herausgeber des Gelben Katalogs, Herr Karl A. Koch, ein Exemplar der Katalog-CD von 1997 überlassen. Diese ist nun ebenfalls in dieser Übersicht enthalten, gleichzeitig wurde die Ausgabe 1981 eingepflegt.


UPDATE vom 17.07.2013:
Weitere Hintergrundinformationen sowie eine Beschreibung der 1980er Ausgabe und der Karteikarten ergänzt.

Manch einer richtet sich noch immer nach seinen Angaben, viele katalogisierten mit ihm ihre Sammlung, er war jahrelang das Standardwerk und immer wieder führte er zu Diskussionen, es geht um die "Bibel des Wiking-Sammlers", den "Gelben Katalog". Begonnen als "Gelbe Hefte" wuchs er 1986 zum "Gelben Katalog" und nannte sich nach einer gründlichen Überarbeitung 1995 schließlich "Neuer Gelber Katalog". Mir liegen nun die Ausgaben 1981 - 2003 vor, die erste Ausgabe fehlt noch, aber trotzdem reicht es, um einen Überblick über die Entwicklung dieses Werkes zu geben.

1980
Diese erste Ausgabe war die einzige, die in zwei getrennten Heften (unverglast bzw. verglast) ausgegeben wurde, daher auch der anfängliche Name "Die gelben Hefte". Die Umschlaggestaltung war schlicht, ohne Zeichnungen, auch im Inneren gab es noch keine Zeichnungen. Der anfänglichen Auflage von 500 Stück folgte aufgrund der großen Nachfrage ein Nachdruck mit weiteren 500 Stück. Dieser unterscheidet sich von der Erstauflage durch einen zusätzlichen schwarzen Klebestreifen um die Klebebindung am Buchrücken zu verstärken. Leider liegt mir kein Exemplar von 1980 vor.

1981
Dieser zweite Jahrgang unterscheidet sich von allen nachfolgenden dadurch, dass er als letzter keinerlei Zeichnungen enthält. Das Gelb der Titelseiten ist dunkler als in den späteren Versionen, die Oberflächenstruktur erinnert an Schweinslederimitat. Auf Vorder- und Rückseite sind 20 Zeichnungen von damals aktuellen PKW abgebildet, die auf einem Labyrinth aus Linien zu fahren scheinen. Interessant ist dabei, dass mit dem VW Scirocco auch ein PKW dabei ist, den es von Wiking nie als Modell gab. Eine Jahresangabe findet sich auf der Titelseite nicht. Die Auflistung ist noch recht unübersichtlich, die Modelle werden nur in wenigen kurzen Stichpunkten beschrieben, Unterschiede zu anderen Varianten werden durch Großschrift hervorgehoben.

Die ungewohnte Schrift ist recht pixelig und besitzt keine Unterlänge sowie keine Umlaute, was technische Gründe hat, aber das Lesen nicht gerade vereinfacht. Im Vorwort wird als Neuerung genannt, dass nun auch das Vorhandensein einer Inneneinrichtung und die Art des Lenkrads bei den Beschreibungen berücksichtigt wird.
Unterteilt ist das Heft in "Band 1" (unverglast) und "Band 2" (verglast), wobei "Band 1" noch in zwei Teile aufgeteilt ist, einmal die Produktionsjahre 1948-1951, sowie 1952 - ca 1959. Im Anschluss an den unverglaste bzw. verglasten Teil findet sich jeweils ein Stichwort-Verzeichnis.
Die hier gezeigte Ausgabe ist die zweite Auflage für das Jahr 1981, hier wurde aufgrund der großen Nachfrage nachgedruckt. Die erste Auflage 1981 hatte keine Zeichnungen auf der Titelseite und wurde als "Die gelben Hefte / Doppelband (1 und 2)" bezeichnet. Inhaltlich ist sie vermutlich identisch mit dieser hier vorliegenden, es fehlen allerdings die Hinweise zum Gebrauch. Diese erste 1981er Ausgabe liegt mir leider nicht vor.

1982
Eine Ausgabe für 1982 gab es nicht, da die Benennung in diesem Jahr umgestellt wurde. Die Ausgaben von 1980 und 1981 erschienen jeweils im Herbst der entsprechenden Jahre und waren daher auch für den größten Teil des folgenden Jahres aktuell. Damit sie dabei nicht veraltet wirkten, wurde die Benennung 1982 umgestellt. Die im Herbst 1982 erschienene Ausgabe wurde daher mit "1983" bezeichnet. Ab diesem Jahr trugen die Ausgaben jeweils die Jahreszahl des folgenden Jahres. Die einzige Ausnahme bildet hier die letzte Ausgabe "2003", die tatsächlich erst im Frühjahr 2003 erschien.

1983
Noch unter dem Namen "Die Gelben Hefte" und mit entsprechend geringem Umfang präsentiert sich diese frühe Ausgabe noch mit einer rauhen offenporigen Oberflächenstruktur des Umschlags. Auf Vorder- und Rückseite sind 29 Zeichnungen von Modellen der 1960er Jahre abgebildet, die auf den bereits im Vorjahr verwendeten Linien zu fahren scheinen.
Auf den ersten Seiten findet sich eine Abbildung des Kaelble Muldenkippers, sowie ein Hinweis auf die Zeichnerin, die italienische Kunstgrafikerin Vanda Daminato, die damals in Bonn lebte, wo sie für den Marktpreis-Verlag arbeitete. Das folgende Vorwort stammt vom Herbst 1981 und bezieht sich auf die zweite Auflage, offenbar handelt es sich um das Vorwort des Vorjahres, denn die Ausgabe 1983 ist die dritte Auflage.
Als Änderungen gegenüber dem Vorjahr wird die Zusammenführung der unverglasten Modelle zu einer gemeinsamen Auflistung erwähnt.
Zu jedem Grundmodell gibt es eine Zeichnung, teils isometrisch, teils seitlich. Abweichende Drucke weiterer Varianten sind ebenfalls abgebildet. Es gibt noch keine Unterscheidung nach Farben, sondern nur nach Bedruckungen und Formunterschieden. Die Modellbeschreibungen sind etwas detaillierter als in der Vorversion, beschrieben werden jedoch nur die wichtigsten Merkmale. Schrift und Formatierung entsprechen dem Vorjahr.
Es gibt je Band (Band I: unverglast, Band II: verglast) ein Stichwortverzeichnis und noch keinerlei Werbeanzeigen. Wenn auch noch lange nicht vollständig bietet diese Ausgabe immerhin schon einen guten Überblick über die Vielfalt der Wiking-Modelle.


1984
Die Ausgabe von 1984 hat eine neue Umschlaggestaltung und eine versiegelte Oberfläche, die nun alle folgende Ausgaben besitzen werden. Auf der Titelseite sind mehrere Unverglaste, teils Drahtachser abgebildet, die Schrift breitet sich strahlenförmig von einer Fiat-Kabine aus aus. Auf der Rückseite sind weitere, meist verglaste, LKW abgebildet.
Die Schrift ist leserlicher geworden, auf ein Vorwort wurde diesmal verzichtet. Die Zeichnungen wurden erweitert, so dass nun auch Formunterschiede tw. zeichnerisch dargestellt sind.

1985
Erstmals gibt es keine Zeichnungen, sondern Fotos auf der Titelseite. Abgebildet sind PKW und LKW aus verschiedenen Jahrzehnten, vom Horch Drahtachser bis zum Opel Rekord.
Inhaltlich wurde der Katalog komplett überarbeitet, es werden nun auch Farbvarianten unterschieden. Farbvarianten der Chassis' werden vorerst nur in Ausnahmefällen berücksichtigt. Die Bodenprägung ist nur aufgeführt, wenn sie zur Unterscheidung notwendig ist.
Das Stichwortverzeichnis gilt nun für beide Teile (unverglast und verglast), bisher waren die Stichworte getrennt aufgeführt. Außerdem gibt es eine Schnellübersicht der Nummern mit der zugehörigen Modellbezeichnung am Anfang des Katalogs.
Während bisher bei Druckvarianten nur der abweichende Druck erneut angebildet war, wird nun teilweise auch das gesamte Modell zusätzlich gezeigt. Insgesamt gilt, dass Beschreibungen und Zeichnungen jedes Jahr immer ein Stück überarbeitet und erweitert werden. Neu ist eine Richtpreisliste für Werbemodelle, noch ohne Abbildungen im Anhang. Hieraus wird später der Teil III entstehen.


1986
Aus "Die gelben Hefte" wird "Der gelbe Katalog", eine logische Folge der Zusammenlegung der ehemaligen Hefte zu einem im Umfang erneut gewachsenen Katalog. Die Titelseite ist aufgeräumter gestaltet, ein Design, das nun mit immer kleinen Abweichnungen erhalten bleibt. Abgebildet sind verglaste PKW, auf der Rückseite zwei verglaste LKW.
Die Varianten werden nun tabellarisch aufgelistet, bisher galt dies nur für die Farben, die Formvarianten wurden vorher jede mit einer eigenen Beschreibung aufgelistet, ähnlich wie es in der Wiking-Datenbank der Fall ist. Die Farben basieren nun auf einem neuen Farbsystem, zu dem eine Farbkarte in Vorbereitung ist.

Modelle mit einer Aufsatzverglasung (z.B. Setra S8) wurden vom unverglasten in den verglasten Bereich verschoben. Die bisherige Richtpreisliste für Werbemodelle wurde zum neuen Teil III ausgebaut und enthält nun auch Zeichnungen der Werbemodell. Neu ist eine Liste mit Sondermodellen, so nennt der Katalog Modelle die als Ladegut oder als Bestandteil von Gebäudebausätzen durch Fremdhersteller vertrieben wurden. Diese Modelle sind im Teil II außerdem mit einem "S" gekennzeichnet, Modelle aus Werbemodellpackungen sind mit "W" markiert.
Laut Vorwort handelt es sich mit dieser Auflage um einen Katalog in "kaum zu überbietender Vollständigkeit und Präzision". Wie der jährlich wachsende Umfang zeigt eine ziemliche Fehleinschätzung.

1987
Die Titelseite zeigt fünf Kleintransporter jeweils einmal als Foto und davor die entsprechende Zeichnung dazu. Vielleicht möchte man so die neue Qualität der Zeichnungen zeigen, die nun teilweise von H.W. Zenz stammen und wesentlich klarer sind. Erstmals ist der Preis auf der Titelseite aufgedruckt, auf der Rückseite ist eine der neuen Karteikarten zum Gelben Katalog abgebildet. Erneut wurde der Katalog komplett neu geschrieben, nun werden auch Bodenprägungen und Bemalungen erfasst, die Bodenprägungen sind zeichnerisch dargestellt.
Die Werbemodelle in Teil III sind nun auch mit Farbangaben versehen, eine entsprechende Farbkarte, vorerst nur für die verglasten Modelle, ist nun für 16,50 DM im Angebot. Außerdem gibt es für 13 DM ein neues Karteikartensystem, je eine Karte pro Modell mit den Angaben aus dem Katalog.
Erstmals gibt es Anzeigen eines Vitrinenherstellers, eines Privatsammlers und mehrerer Händler, darunter auch Modellauto Wanner. Ebenfalls neu ist die Auflistung von Preislisten und Gelben Katalogen mit auffallend hohen Preisen.



1988

Auf der Titelseite ist mit dem verglasten MB L 5000 Löschfahrzeug erstmals ein einzelnes Fahrzeug abgebildet. Auf der Rückseite befindet sich eine Anzeige von Modellauto Wanner und ein Foto des Magirus S 3500 Tanksattelzug "Fina".

Während in der Ausgabe 1987 hauptsächlich Zeichnungen von PKW erneuert wurden, geschieht dies nun auch mit den LKW, die bisher noch die alten Zeichnungen von Vanda Daminato hatten. Der bisher etwas vernachlässigte Teil I mit den unverglasten Modellen wurde komplett überarbeitet und nun auch an das neue Farbsystem der Farbkarte angepasst. Die Zahl der Anzeigen ist spürbar gestiegen.

1989
Zum ersten Mal seit fünf Jahren wird die Bindung und die Umschlagstruktur geändert, leider nicht zum Positiven. Dieser Jahrgang zeichnet sich häufig durch lose Blätter und einen recht zerfledderten Eindruck aus.
Die Titelseite zeigt drei verglaste LKW, auf der Rückseite finden sich drei Händleranzeigen. Neben weiteren Händleranzeigen im Innenteil finden sich dort erstmals auch zwei Anzeigen von zwei Auktionshäusern (Tacke und Gräber).
Neu ist beim Inhalt die Kennzeichnung von Änderungen gegenüber dem Vorjahr, sowie die Markierung von Neuheiten mit "N". Ebenfalls neu ist eine Legende mit Fachbegriffen, sowie eine Auflistung von Fachgeschäften, sortiert nach PLZ. Da die alte Farbkarte inzwischen um eine Zusatzkarte erweitert werden musste, gibt es nun eine neue Farbkarte, die alle Farben enthält.

Herr Koch weist auf mögliche Fälschungen bei Werbemodellen hin und erklärt, dass es trotz weiter wachsendem Katalogumfang weiterhin keine Abkürzungen in den Modellbeschreibungen geben wird: "Der Katalog verzichtet ganz bewusst auf Abkürzungen, weil diese einen zusätzlichen Denkvorgang erfordern und dadurch die Arbeit mit dem Katalog erschweren." Einige Jahre später wird dieser zusätzliche Denkvorgang doch noch notwendig sein.

1990

Der zehnte Jahrgang wird auf der Titelseite als Jubiläumsausgabe bezeichnet, die Rückseite zeigt die Titelseiten der bisherigen neun Ausgaben. Auf der Vorderseite ist neben vier Drahtachsern mit dem Eisenbahnbediensteten mit Kelle erstmals ein Zubehörteil abgebildet. Das Vorwort erwähnt in einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung des GK, dass sich der Umfang in den zehn Jahren verfünffacht und die Auflage sich verzehnfacht hat. Eine durchaus beeindruckende Entwicklung. Aus einer Auflage von insgesamt 1000 Stück 1980 sind 1990 10.000 Exemplare geworden. Die folgenden Ausgaben der 1990er Jahre erreichten eine Auflage von je etwa 8.500.
Die Legende von Fachbegriffen wurde erheblich erweitert und die Farbkarte enthält nun Löcher in den Farbfeldern, um die Farbermittlung zu vereinfachen. Bei den Händleranzeigen taucht erstmals der Name Stettnisch auf.

1991

Auf der Titelseite zeigen der Sportviersitzer und der MB 500 SL die Entwicklung von Sportwagen und Wiking-Modellen in den letzten 40 Jahren. Auf der Rückseite sind die beiden Modelle von hinten abgebildet, dazu lässt dort eine Anzeige von Spiel+Hobby Kupsch mit dem Zusatz "Schnelle Barabwicklung in jeder Größenordnung garantiert" die Frage nach dessen Bargeldvorräten aufkommen ;-)
Im Inhalt gibt es wieder einige Neuerungen, so werden bei LKW nun auch die Räder bei der Einteilung von Varianten berücksichtigt. Außerdem gibt es eine Auflistung der Neuerscheinungen vor Teil II sowie eine Auflistung von Pseudo-Werbemodellen vor Teil III. Dazu gibt es noch eine Modell-Umfrage zum Thema PKW in Verbindung mit einem Preisausschreiben, sowie eine Liste von Börsenterminen.

Von dem Gelben Katalog 1991 gab es eine zweite Auflage im Januar 1991, die entsprechend aktualisiert wurde. Auf diese Tatsache und die zusätzlichen 16 Seiten wird auf der Titelseite und im Inneren hingewiesen. Dadurch stehen auf der Titelseite nun zwei Angaben zum Umfang, die ursprünglichen 720 und die korrekten 736 Seiten.

Dem Hinweis im Inneren zufolge wurden im Vergleich zur ersten Auflagen weder Preise noch Nummerierung geändert. Es wurden lediglich die Neuerscheinungen eingepflegt.


1992
Diesmal ist auf der Titelseite gleich eine ganze Vitrine mit verglasten LKW abgebildet, auf der Rückseite befindet sich nur eine kurze Inhaltsübersicht.
Im Vorwort findet sich ein interessantes Zitat:
"Im letzten Jahrzehnt zumindest lag das Niveau der Stückzahlen so hoch, daß die meisten Modelle aus dieser Zeit auf Börsen oder bei entsprechend spezialisierten Händlern zu mäßigen Preisen zu bekommen sind. Die im Laufe der Wiedervereinigung von verschiedenen Seiten geäußerte Erwartung, daß der aus den neuen Bundesländern hinzukommende Marktzuwachs hier eine Wende bringen könnte, hat sich bisher nicht bestätigt. Die Menschen in den neuen Bundesländern haben eben zur Zeit andere Sorgen, als den Aufbau einer Wiking-Sammlung. Das wird sich aber im Zuge der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung in diesen Gebieten ändern. Mittelfristig ist daher mit steigender Tendenz auch bei den Modellen des letzten Jahrzehnts zu rechnen."
Die steigende Tendenz lässt weiter auf sich warten. Auffällig ist in diesem Zusammenhang aber, das die Neuen Bundesländer unter den Wiking-Sammlern kaum vertreten zu sein scheinen. Zumindest ist das mein Eindruck, ebenso scheint Bayern eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.
Zusätzlich zum Vorwort gibt es noch einen recht bissigen Kommentar zum Thema IMU-Replika, verbunden mit einer Warnung vor entsprechenden Fälschungen. Neu in dieser Ausgabe ist die Frage "Wer kennt dieses Modell?" mit einem Farbfoto, ein Vorläufer der späteren Rubrik "Streitfragen".
Ebenfalls neu ist der Beitrag eines Sammlers über den Sammlungs-Schwerpunkt "Knipsachser-PKW". Im Stile eines Magazin- oder WSN-Beitrages, illustriert mit einigen Farbfotos, wird hier ein Überblick über dieses begrenzte aber doch interessante und abwechslungsreiche Thema gegeben.
Wie im Vorjahr gibt es wieder eine Modellumfrage mit Preisausschreiben, diesmal geht es um LKW. Die Neuerscheinungen des Jahres sind diesmal nicht nur aufgelistet, sondern als Farbfoto in der Vitrine abgebildet, die bereits mit alten Modellen auf der Titelseite zu sehen ist.
Abschließend gibt es noch eine Übersicht über die umbenannten bzw. umsortierten Modelle, sowie eine erweiterte Börsenübersicht.

1993
Auf der Titelseite sind diesmal zwei Porsche Cabrios in gewagten Farben (türkis und pink) zu sehen, auf der Rückseite ist eine Anzeige von Modellauto Wanner. Neu in dieser Ausgabe sind die Hinweise auf häufige Schwachstellen bei einigen Modelle, gepflegt von Holger Wanner.
Die Neuheiten sind wie im Vorjahr wieder als Farbfoto in Vitrinen abgebildet. Ebenfalls abgebildet sind die Mercedes- und Magirus-Kabinen von IMU, dazu gibt es eine Beschreibung der Unterschiede gegenüber dem Original, um diese Replika erkennen zu können.
Es gibt eine Übersicht der neu aufgenommenen Werbemodellen und wo bei diesen das Jahr bekannt ist, wird es in Teil III ergänzt. Wie im Vorjahr gibt es wieder einen Beitrag eines Sammlers zu einem Sammlungs-Schwerpunkt, diesmal geht es um Knipsachser-LKW. Beim Preisausschreiben wird diesmal ein altes und immer drängender werdendes Problem angesprochen. Da der Umfang des Gelben Katalogs weiter zunimmt, wird gefragt, auf welchen Teil man am ehesten verzichten könnte bzw., welchen man auslagern könnte.
Das im nächsten Jahr veröffentlichte Ergebnis ergibt, dass 54% alle Teile haben wollen, eine Aufteilung in mehrere Bände ist also von der Mehrheit der Sammler nicht erwünscht.
Neu in dieser Auflage ist, dass private Anzeigen, wie es sie bisher nur vereinzelt gab, ausdrücklich beworben werden. Die Nachfrage wird sich allerdings in Grenzen halten.

1994
Erneut ist ein aktuelles Modell auf dem Titel abgebildet, erstmals gibt es dazu auch einen kurzen Kommentar im Inneren. Auf der Rückseite befindet sich eine Inhaltsübersicht und eine Anzeige von Modellauto Wanner, im Inneren gibt es von ihm noch weitere.
Um das Wachstum des Gelben Katalogs zu begrenzen, wurde das Konzept überarbeitet. Es fehlen der Sammlungsschwerpunkt und die Übersicht der Sondermodelle. Außerdem sind die Neuerscheinungen nicht mehr abgebildet, sondern nur noch aufgelistet.
Erstmals sind dafür die Gewinner der Preisausschreiben namentlich aufgelistet, das neue Preisausschreiben dreht sich um die Streitfragen, also Modelle deren Originalität oder Existenz fraglich ist.
Neu ist auch der Teil IV für die "großen Modelle", erstmal mit nur einem Eintrag, dem MB SK 1850 in 1:43.
Aus dem Aufruf nach privaten Anzeigen ergibt sich eine Seite Kleinanzeigen, dazu gibt es noch mehr Börsentermine als bisher.
Der Gelbe Katalog konzentriert sich also wieder auf das Wesentliche, dadurch schrumpft der Umfang erstmals gegenüber dem Vorjahr.


1995
Erneut wurde der Katalog komplett überarbeitet und nennt sich nun "Neuer Gelber Katalog", der Umfang ist erneut etwas geschrumpft. Erreicht wurde dies u.a. durch die Einführung einiger Abkürzungen, für diese gibt es ein eingelegtes Abkürzungsverzeichnis. Der zusätzliche Denkvorgang, der 1989 noch ausdrücklich vermieden werden sollte, ist bei der Benutzung des Kataloges nun also erforderlich.
Auf der Titelseite ist der neu entwickelte MB 300 'Adenauer' abgebildet, die Rückseite ist wie im Vorjahr gestaltet. Den im Vorjahr im Preisausschreiben angesprochenen Streitfragen ist nun ein eigenes Kapitel gewidmet. Das neue Preisausschreiben beschäftigt sich mit der Frage, ob zukünftig auch die Farben der Modell-Inneneinrichtung berücksichtigt werden soll, 70% der Teilnehmer werden für diesen Vorschlag stimmen.

Dem Katalog liegt eine Antwortkarte bei, auf der man nicht nur weitere Produkte des Marktpreis-Verlages bestellen und am Preisausschreiben teilnehmen konnte, sondern auch abstimmen konnte, ob es in Zukunft eine CD-Version des "Gelben Katalogs" geben sollte. Die meisten Stimmen wird eine abwartende Antwort erhalten, die Zeit scheint noch nicht reif.


1996
Auf der Titelseite ist diesmal der aktuelle 3er BMW abgebildet, die Rückseite ist wie zuvor gestaltet. Statt eines Vorwortes gibt es ein neues Kapitel "aktuelle Informationen", in dem strukturiert auf aktuelle Neuerungen und Themen eingegangen wird sowie einen kurzen Brief von Herrn Koch in der Umschlagsinnenseite. In diesem neuen Kapitel wird auch auf das neue Phänomen der 'Merchandising-Modelle' eingegangen, er nennt sie 'kommerzielle Werbemodelle' im Gegensatz zu den 'reinen'. Diese Unterscheidung hat allerdings keinen Einfluss auf die Erfassung im Katalog.


Da sich das Preisausschreiben des vorigen Jahres verzögert hatte, werden nun die Gewinner von zwei Jahren bekannt gegeben. Die neue Preisfrage versucht einen Überblick über die verschiedenen Sammelgebiete zu erhalten.
Bei den Streitfragen werden Ergebnisse bisheriger Fragen präsentiert und neue Fragen aufgeworfen. Die Börsentermine sind nun um 180° gedreht, wodurch das Blättern leichter wird. Das im Vorjahr noch eingelegte Abkürzungsverzeichnis ist nun klappbar in den hinteren Umschlag integriert.


1997

Auf dem Titel befindet sich diesmal nicht, wie in den Vorjahren, ein einzelnes aktuelles Modell, sondern eine Borgward Arabella, die mehrfach mit dem entsprechendem Eintrag aus dem Gelben Katalog hinterlegt ist. Auf der Rückseite sind nun Anzeigen mehrerer Händler sowie das Inhaltsverzeichnis. Damit ist diese Ausgabe ein Ausreißer, was das Layout angeht.
Im Vorwort wird eine Katalog-CD sowie eine Taschenbuch-Ausgabe (ohne Zeichnungen in A6) für diese Ausgabe angekündigt. Auf diese CD, sowie das Taschenbuch, den 'Börsenführer', werde ich später noch eingehen. Die Änderungen im Vergleich zum Vorjahr sind diesmal vor den jeweiligen Teilen I und II aufgelistet, bei der Preisfrage geht es diesmal um drei Einzelmodelle.
Die Liste der Börsentermine ist erneut anders angeordnet und nun senkrecht einspaltig.

1998

Diesmal gibt es auf der Titelseite den Inhalt einer alten Mercedes-Werbepackung mit Pappeinleger zu sehen, auf der Rückseite gibt es nun nur eigene Anzeigen des Marktpreis-Verlags und wie bisher eine Inhaltsübersicht. Die Änderungsübersicht ist wie im Vorjahr zu Beginn des jeweiligen Teils, die Auflistung der Preislisten ist deutlich detaillierter geworden.
In Teil IV erhält der bisher einsame MB SK 1850 Verstärkung durch die Nachproduktionen von VW-Modellen in 1:40, sowie die Daimler-Kutsche im gleichen Maßstab und den Magirus in 1:50.
Wie im Vorjahr geht es im Preisausschreiben um einzelne Modelle. Nachdem es im Vorjahr eine CD gab, heißt es für 1998, es wäre unklar ob und wann eine solche CD erscheint.

1999

In diesem Jahr wird Holger Wanner als Nachfolger von Karl A. Koch vorgestellt, beide schreiben je ein Vorwort. Passend dazu gibt es im Inneren verstärkt Anzeigen von Modellauto Wanner und auch die Rückseite besteht wieder nur aus einer Wanner-Anzeige und der Inhaltsübersicht. Auf der Titelseite ist der Große Möbellastzug als Schenker-Variante abgebildet.
Aufgrund der Veränderungen in der Sachbearbeitung gibt es dieses Jahr kein Preisausschreiben.

2000

Erneut feiert der Gelbe Katalog ein Jubiläum, die Rückseite bleibt unverändert, auf dem Titel wird der alte Porsche 356 mit Dach gezeigt, diesmal nicht freigestellt, sondern mit rechteckigem Hintergrund.
Erstmals gibt es Händler-Anzeigen im Umschlag, enthalten ist auch erstmals eine Anzeige des Auktionshauses Saure. Die weiterhin geplante CD wird erneut verschoben, ein Erscheinungstermin ist unklar. Änderungen und Neuerscheinungen finden sich nun wieder zu Beginn, für eine bessere Lesbarkeit werden teilweise Tabellen in dem Modellauflistungen eingeführt. Erneut gibt es kein Preisausschreiben, die Liste der Börsentermine ist deutlich kürzer als in den Vorjahren.

2001

Auf dem Titel ist nun ein MB 1620 'Intercity' abgebildet, die Rückseite bleibt erstmal unverändert, erneut gibt es Anzeigen im Umschlag. Im Vorwort wird auf technische Probleme eingegangen, während im Vorjahr teilweise Grafiken verdeckt wurden, sind nun ein paar Nummern falsch. Eine Katalog-CD wird es erstmal nicht geben.
Der Teil I der Unverglasten sowie das Stichwort- und das Abkürzungsverzeichnis wurden überarbeitet.


2002
Erneut ist auf dem Titel ein altes Modell abgebildet, diesmal ein MB 220 Cabrio in orangerot, die Rückseite bleibt unverändert. Die größte Neuerung ist die Umstellung aller Preise auf Euro statt DM, auf der Titelseite stehen beide Preise, da der Katalog bereits im Herbst des Vorjahres herausgegeben wurde. Passend dazu gibt es eine Umrechnungstabelle, in der einige Beispielpreise gegenübergestellt werden.
Neu aufgenommen wurden die Schulsätze, außerdem gibt es eine neue Farbkarte, die bisherige war noch von 1993. Eine CD-Ausgabe wird ebenso wie eine notwendige Überarbeitung des Bereiches 'Literatur' erneut aufgeschoben. Im Vorwort wird der immer größer werdende Einfluss des Internets auf die Preisgestaltung und die dort auftretenden Schwankungen erwähnt. Man kann wohl rückblickend tatsächlich sagen, dass das Internet, insbesondere durch Ebay, den Sammlermarkt massiv verändert und beeinflusst hat.



2003
Erstmals werden auf dem Titelblatt nicht nur einzelne Modelle, sondern ein Ausschnitt aus einem Drahtachser-Diorama gezeigt, die Rückseite bleibt unverändert. Neu ist die Einführung der Bezeichnung LHP für Liebhaberpreis bei Modellen deren Wert über 1000€ liegt. Dies betrifft hauptsächlich Werbemodelle und die erst im Vorjahr aufgenommenen Schulsätze. Außerdem gibt es nun ein Konjunktur-Barometer, mit dem die Preisentwicklung in bestimmten Bereichen dargestellt werden soll.
Im Vorwort wird darauf eingegangen, dass der Sammlermarkt schrumpft, und die Preise für Standardmodelle dadurch sinken. Außerdem wird auf Fälschungen durch nachgemachte Aufdrucke hingewiesen, die wohl vermehrt aufgetaucht sind. Da der Bereich 'Literatur' noch immer nicht überarbeitet werden konnte, jedoch inzwischen völlig veraltet ist, entfällt er nun vorerst. Erstmals erscheint ein "Gelber Katalog" nicht Ende des Vorjahres sondern erst im Februar 2003. Vielleicht eine Folge unterschätzten Aufwandes und damit ein Vorzeichen des bevorstehenden Endes dieses Werkes.


Börsenführer 1997
Da der Umfang des Gelben Kataloges immer weiter gewachsen ist, gab es 1997 eine kleinere kompakte Taschenbuch-Ausgabe im Format DIN A6. Diese verzichtet auf Abbildungen und auf sämtliche Erklärungstexte, wodurch der Umfang erheblich vermindert werden kann. Sie ist für den erfahrenen Wiking-Sammler gedacht, dem die Modellbezeichnung ausreicht um zu wissen worum es geht, und der einfach nur eine reine Auflistung der entsprechenden Varianten braucht. Der Börsenführer ist wesentlich handlicher als die große Ausgabe und passt u.U. sogar in die Jackentasche.
Abgesehen von der Modellauflistung gibt es noch ein Stichwortverzeichnis, eine Börsentermin-Übersicht, die Bestellhinweise des Marktpreis-Verlags sowie eine Anzeige von Ralph Korber. Auf andere Texte und Inhalte wurde verzichtet. Auf dem Titel ist die Zeichnung der Borgward Isabella abgebildet, passend zum Foto auf dem Gelben Katalog 1997. Auf der Rückseite gibt es eine Anzeige von Modellauto Wanner.
Eine solchen Börsenführer gab es nur 1997. Leider war die Nachfrage nach dieser Kompaktversion nicht ausreichend, so dass das Konzept nicht weiter verfolgt wurde.



Katalog-CD 1997
In Verbindung mit der fortschreitenden Verbreitung von PCs in Privathaushalten gab es in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre viele Nachschlagewerke auf CD, Bücher erschienen zunehmend altmodisch und das Internet war noch nicht ausreichend verbreitet um eine Alternative darzustellen. Bereits 1995 gab es im Neuen Gelben Katalog eine Umfrage ob eine CD-Version gewünscht wäre, im Dezember 1997 war es dann soweit. Wie 1995 angekündigt, war sie teurer als der gedruckte Katalog. Während der normale Katalog 52 DM und der Börsenführer 29 DM kostete, waren für die CD-ROM 69 DM fällig. Dieser hohe Preis wurde damals heftig kritisiert, ist aber wohl in den nicht unerheblichen Investitionen begründet. Während ein CD-Brenner heute nichts Besonderes mehr ist, war ein derartiges Gerät damals erheblich größer und mit 4000 DM auch sehr teuer. Die Nachfrage nach der CD hielt sich in Grenzen, das hier gezeigte Exemplar hat mit 19,95 DM bereits einen deutlich gesenkten Preis, wahrscheinlich vom Resteverkauf 1998.
Die Systemanforderungen der CD-Version scheinen aus heutiger Sicht lächerlich, und waren auch damals für halbwegs aktuelle Systeme kein Problem. Zur Bedienung war keine Maus notwendig, stattdessen wurden die damals beliebten und heute fast überflüssigen Funktionstasten (F1 - F12) genutzt. Die CD-Version bot laut Bedienungsanleitung folgende Funktionen:
  • - Text einsehen
  • - Abbildungen aufrufen
  • - Modelle nach Begriff oder Ordnungsnummer suchen
  • - Text markieren und in Listen übernehmen
  • - Listen bearbeiten
Es war möglich Such- und Bestandsliste zu pflegen, außerdem waren die Beschreibungstexte im Gegensatz zum Katalog nicht abgekürzt.

Karteikarten
Von 1987 bis 1991 gab es parallel zum Katalog noch Karteikarten, je eine pro Modell, auf der die Informationen und Varianten aus dem Katalog aufgeführt wurden. Als Beispiel ist die Karteikarte für den MB 240D auf der Rückseite des Gelben Katalogs von 1987 abgedruckt. Jeder Karteikarte liegt außerdem eine farbige Abbildung des Modells als Selbstklebe-Ettikett bei. Die Karten waren im Format DIN A6 und wurden auf 10 DIN A4-Bögen perforiert ausgeliefert.
Anfangs wurden drei Sätze mit je 40 Karteikarten für verglaste PKW-Modelle zu je 13 DM sowie ein gelber Ablagekasten für 4,80 DM angeboten. Im GK 1988 werden weitere Sätze für verschiedene LKW-Arten sowie Busse und Einsatzfahrzeuge angeboten. Diese sind allerdings teilweise als erst ab November 1987 bzw. Januar 1988 lieferbar gekennzeichnet. Bis 1992 werden die Karten in verschiedenen Zusammenstellungen angeboten, am Ende nur noch als Komplettpaket und als Ergänzungssatz für das jeweilige Jahr. Im GK 1993 werden sie dann nicht mehr angeboten.
Laut Herrn Koch wurden nur die Karteikarten für die PKW auch wirklich hergestellt, offenbar war auch hier nicht eine ausreichend große Nachfrage gegeben. Leider liegen mir keine Karteikarten vor.

Die Farbkarten
Für das Einordnen und Unterscheiden von Modellen sind die Farben von entscheidender Bedeutung. Um sich untereinander verständigen zu können sind allgemein gültige Farbbezeichnungen notwendig, damit klar ist um welches Modell es geht. Anfangs gab es noch keine Farbkarte und der Sammler musste durch Vergleiche mit anderen Modellen oder einfach nach Gefühl bestimmen, ob es sich nun um lichtgrau, hellgrau, mausgrau, kieselgrau oder ein ausgeblichenes dunkelgrau handelt. Manch einer mag sich bei Diskussionen um hellozeanblau, diamantblau, hellazurblau, taubenblau und mattgraublau die einfachen Bezeichnungen der frühen Kataloge wünschen, als es nur hellblau, mittelblau, dunkelblau und blaugrau gab ;-)
Die erste Farbkarte von 1986 bezog sich nur auf den Teil II mit den verglasten Modellen., sowie den Teil III der Werbemodelle und kam noch mit 100 verschiedenen Farben aus. Auf den Abdruck der Farben Schwarz, Silber, Braunmetallic und Blaumetallic wurde verzichtet, Weiß ist jedoch enthalten. Der Teil I mit den unverglasten Modellen wurde 1988 an die Farbkarte angepasst. Dabei kamen 18 Farben hinzu, die in eine neue Version der Karte integriert wurden, alternativ konnte eine Zusatzkarte zur Erweiterung der alten Version bestellt werden. Von den oben genannten Farben fehlt nun nur noch Schwarz.
1989 gab es eine neue Farbkarte, diesmal mit 124 Farben (inkl. Schwarz) und, eine erhebliche Verbesserung, mit gelochten Pasteln. Bisher musste man das Modell neben die Farbe halten, was durch Schatten usw. zu Problemen führen kann.
Anfang 1994 erschien erneut eine erweiterte Farbkarte, diesmal mit 143 Farben (im GK 1994 fälschlicherweise mit 140 Farben angekündigt). Dies ist hauptsächlich wegen neuer Modelle in bisher nicht dagewesenen Farben wie Signalrot oder Eisblau notwendig. Diese Farbkarte wird nun erstmal einige Jahre ausreichen. Von den bisher genannten Farbkarten wurden, bei einer Auflage von je 3000 Stück insgesamt nahezu 9000 Stück verkauft.
Erst 2001 gibt es eine neue Farbkarte, komplett überarbeitet mit nun 168 Farben. Während die Farbkarte bisher im Zick-Zack gefaltet wurde, ist sie nun als Fächer gestaltet. Über den Mehrwert dieser Änderung darf man sicher diskutieren, ich finde den Fächer sehr unpraktisch. Andererseits ist er auf Börsen ohne Ablagemöglichkeit vielleicht einfacher zu handhaben. Unter dem neuen Herausgeber, Herrn Holger Wanner, gibt es nun neue Farben, neue Farbbezeichnungen und eine neue Sortierung. Um die Verwirrung komplett zu machen sind alle Farben neu durchnummeriert. Die Farben Gold, Kupfer, Silbern, Alu und Chrom, sowie sämtliche Metallicfarben fehlen. Bei Metallicfarben wird die Grundfarbe zugrunde gelegt, bei den anderen wird ein "allgemeines Farbempfinden" vorausgesetzt.

Allgemein
Vergleicht man die Ausgaben des Gelben Katalogs fällt auf, dass es häufig Wechsel in Schriftart und Layout gibt. Die Titelseiten sind anfangs sehr unterschiedlich gestaltet, ab 1986 bleiben sie mit ein paar Abweichungen wenigstens ähnlich. Auch im Inneren ändert sich viel, nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich. Mehrfach werden neue Inhalte ergänzt, die Inhalte neu angeordnet, aber manchmal auch auf bisher enthaltene Inhalte verzichtet. Im Laufe der Zeit enthält der Katalog immer mehr Anzeigen, vermutlich notwendig, um den wachsenden Pflegeaufwand finanzieren zu können.  Der Teil I mit den unverglasten Modellen wird mehrfach vernachlässigt, bei der Umstellung auf die Farbkarte sowie bei Umstrukturierungen haben die anderen Teile Vorrang. Auf der Titelseite sind unverglaste Modelle dafür recht häufig zu finden, vielleicht hatte Herr Koch eine entsprechende Vorliebe. Eine Umfrage 1996 ergab, dass etwa ein Drittel der Sammler auch Modelle aus dem Teil I sammeln.
Bereits vor seiner Übernahme des Marktpreis-Verlags arbeitet Holger Wanner am Gelben Katalog mit. Daher ist es nur konsequent, dass er diesen später von Karl A. Koch übernimmt. Danach kann man jedoch den Eindruck gewinnen, dass er mit der Pflege des Katalogs überfordert ist und den damit verbundenen Aufwand eventuell unterschätzt haben könnte. Mehrfach werden Inhalte gestrichen, der Auslieferungstermin verschoben. 2003 war es dann vorbei, für 2004 erschien kein neuer Gelber Katalog mehr.
Entwicklung von Preis und Umfang des Gelben Katalogs
Es fällt auf, dass auch die mehrfachen Umstrukturierungen das weitere Wachstum des Kataloges kaum aufhalten können. Gerade in den späteren Jahren wächst der Teil III enorm und der Gelbe Katalog erreicht sowohl vom Umfang als auch beim Preis zunehmend eine Grenze. Dies führt immer wieder dazu, dass überlegt wird Teile zu streichen bzw. sie getrennt anzubieten. Entsprechende Umfragen führen allerdings zu dem Ergebnis, dass es keine zufriedenstellende Lösung für alle gibt. Das Konzept des Börsenführers wurde nicht weiter verfolgt, auch die Idee einer Katalog-CD hat sich nicht durchgesetzt. Man kann nur spekulieren welchen Umfang ein heutiger Gelber Katalog hätte. Angesichts von über 180 Neuerscheinungen alleine im Jahr 2011 ist allerdings fraglich, ob eine aktuelle Ausgabe überhaupt noch machbar wäre.
Mit dem Ende des Gelben Katalogs stiegen die Preise für die letzten Jahrgänge deutlich an. Während alte Ausgaben nicht mal zweistellige Preise erzielen, ist die Ausgabe von 2003 erheblich teurer. Dies konnte man damals bereits recht bald beobachten und es hat bis heute kaum nachgelassen. Beim Marktpreis-Verlag sind alle halbwegs aktuellen Gelben Kataloge ausverkauft, bei Amazon bekommt man den 2003er für 200€, bei dhd-Kleinanzeigen für 119€. Günstiger wird es bei Ebay, wo kürzlich 80€ bzw. 100€ geboten wurden. Selbst das ist aber immerhin noch der dreifache Originalpreis für ein längst veraltetes Verzeichnis.
Ich selber habe zu Beginn meiner Sammlerkarriere den Neuen Gelben Katalog von 1995 gekauft, der damals bereits veraltet war, aber immerhin eine erste Orientierung bot. Die nächste Ausgabe war zum Glück von 2003, dieser ist bis heute bei mir im Einsatz, auch wenn die beiden Umschlagseiten und Teile des Stichwortverzeichnisses schon seit Jahren fehlen. Parallel dazu nutze ich den Preisführer von Carsten Saure, der zwar aktueller ist, aber leider nicht alle Modelle enthält, die für mich interessant sind.
Ich glaube nicht, dass es noch einmal ein so umfassendes Werk wie den Gelben Katalog für Wiking-Modelle geben wird. Der enorme Umfang würde es unpraktikabel werden lassen, die Pflege wäre sehr aufwändig.

(Wem das jetzt zu viel Text und zu umfangreich war, der findet hier eine kürzere Übersicht, die auch alle wichtigen Änderungen umfasst.)