Meine Wikinger

Sonntag, 10. März 2013

Gesuperte Wikinger

Vor ein paar Jahren bekam ich auf einem Wiking-Stammtisch von einem Sammlerkollegen eine Schachtel mit Wiking-Modellen. Diese waren ausnahmslos, teils umfangreich, bemalt, manche auch umgebaut. Ein Rückbau in den Ursprungszustand ist meist nicht mehr möglich und eigentlich sind sie dafür auch viel zu schade. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich um unverglaste Modelle, vermutlich waren sie zu Zeiten der Verfeinerung veraltet und günstig, so dass die Hemmschwelle zum Umbau niedrig war. Außerdem konnten sie dadurch erheblich aufgewertet werden und waren für eine Modellbahnanlage vermutlich noch immer gut genug.
Bunte Spielwelt: Gesuperte Wikinger auf Lego-Straßenplan mit diversem Fremd-Zubehör
Die Scheiben der unverglasten Modelle wurden mit einem permanenten Folienstift geschwärzt, wobei das Schwarz einen lila-Stich hat. Chromteile wurden mit einem feinen Pinsel gesilbert, weitere Änderungen sind jeweils erwähnt. Originale Bemalungen sind meistens nicht extra erwähnt.

Hier möchte ich diese Modelle nun vorstellen, um die Kreativität und die Arbeitsleistung des unbekannten Künstlers zu würdigen, ich finde er hat es verdient.


MB 220, eisblau

Dieser hübsche Mercedes hat eine Neulackierung in einem sehr hellen Blau bekommen, ursprünglich war er ein Feuerwehrfahrzeug. Die Scheiben sind geschwärzt, Grill, Stoßstangen, Türgriffe, Blinkereinfassungen und Radkappen sind gesilbert. Dazu sind die Blinker vorne und die Rücklichter mit einem rot glänzenden Stift hervorgehoben.

Opel Olympia, olivgrau

Dieser Opel wurde nicht neu lackiert, dafür bekam er Radkappen in Wagenfarbe. Diesmal wurden nicht nur die Scheiben, sondern auch die Reifen und Nummernschilder geschwärzt. Stoßstangen, Kühlergrill, Kühlerfigur und Türscharniere sind gesilbert, die Rückleuchten rot bemalt. Diese Bemalungen sind jedoch ggf. original.

Opel Kapitän, himmelblau

An diesem Opel sind neben der üblichen Bemalung an Scheiben, Stoßstangen und Kühlergrill auch die Nummernschilder "beschriftet". Außerdem sind Radkappen, Türgriffe, Chromleisten auf Motorhaube und Kofferraum, die Einfassungen der Rücklichter sowie die Nummernschilder gesilbert. Auf die Silberung sind die Rücklichter rot aufgemalt. Des Weiteren ist auch dieses Modell komplett umlackiert, eigentlich war der Opel mal mattglaublau.

Opel Kapitän '51, himmelblau

Dieser ältere Kapitän erfuhr fast die gleiche Behandlung wie der zuvor erwähnte. Hervorzuheben wäre noch, dass hier offenbar die Räder gegen eine neuere Version mit glatter Nabe ausgetauscht wurden. Auch dieses Modell ist komplett neu lackiert, himmelblau war beim Besitzer wohl recht beliebt.

MB 300 SL, himmelblau

Auch dieser MB 300 SL wurde himmelblau lackiert, die ursprüngliche Farbe ist schwer zu erkennen, vermutlich wieder eine Art mattgraublau. Die weitere Bemalung ist sparsamer, gesilbert sind nur die Stoßstangen, Stern und Chromleisten im Kühlergrill sowie Scheinwerfer und Radkappen. Die Rücklichter sowie die vorderen Blinker sind rot hervorgehoben.

Opel Caravan, blaumetallic

Dieser Opel Caravan durfte sein originales Blaumetallic behalten, auch ansonsten wurde kaum etwas verändert. Zur originalen Bemalung kam nur das Schwärzen der Scheiben hinzu.

Ford 12, dunkelmaigrün

Auch dieser Ford wurde nur sparsam verfeinert, zur originalen Bemalung kam noch die Silberung von Kühlergrill, Weltkugel, Stoßstangen, Kofferraumscharnieren und Türgriffe sowie die übliche Fensterschwärzung.

MB 220, Feuerwehr

Etwas mehr wurde bei diesem Brandmeisterfahrzeug getan. Das originale Blaulicht wurde durch eines mit Sockel ersetzt, dazu gab es noch vier Fanfaren. Kühlergrill, Stern und Türgriffe wurden gesilbert, die Felgen sind olivgrau lackiert, die Reifen geschwärzt.

Jeep, himmelblau

Nun geht es mit etwas umfangreicheren Veränderungen weiter. Auch dieser Jeep war nicht immer himmelblau wie ein Blick von unten verrät. Außerdem bekam er neue Reifen und eine reparierte vordere Achshalterung. Ob die Scheibe original ist möchte ich bezweifeln, jedenfalls bekam sie einen schwarzen Rahmen, Kühlergrill und geschwärzte Ösen auf der Motorhaube. Im Innenraum wurden Armaturen aufgemalt sowie das Lenkrad ersetzt. Abschließend bleibt noch die Silberung der Nummernschilder und Scheinwerfer, sowie die rote Bemalung der Heckleuchten.

Tempo Matador, türkis/schwarz

Nach den PKW kommt nun ein Kleintransporter, der Tempo Matador. Zusätzlich zu den Scheiben wurden hier auch das Nummernschild, Firmenemblem, Zierleisten sowie die gesamte Pritsche geschwärzt. Außerdem  bekam er auf der Vorderachse unbemalte Riffelkappen und auf der Hinterachse etwas größere Räder mit glatter Nabe, wodurch er hinten immer etwas höher liegt als vorne.

Unimog, grün

Leider ist bei diesem Unimog die Farbe etwas verfälscht, es handelt sich um das übliche grüne Modell. Auch ansonsten ist er eher unauffällig, abgesehen von dem gesilberten Kühlergrill und der Stoßstange ist hier nur die hellgraue Pritscheneinlage erwähnenswert, die hier separat eingesetzt wurde.

Trecker, grün

Auch bei diesem Trecker ist die Farbe auf dem Foto verfälscht und auch hier halten sich die Modifikationen in Grenzen. Die Felgen und der Motor sind gesilbert, der Kamin wurde durch einen passenden silbernen Spritzlingsast ersetzt.

Büssing Trambus, rot/schwarz

Bevor die LKW kommen, nun dieser Büssing Trambus, der zugleich aufgrund seiner Inneneinrichtung ein Highlight darstellt. Auffälligste Maßnahme ist hier die komplette Schwärzung des verglasten Daches inklusive aller Fenstersäulen. Außerdem wurden die Zierleisten und der heckseitige Büssing-Schriftzug sowie die Heckleuchten und die Innenseiten der Kotflügel (!) geschwärzt. Dazu kommt die Silberung des Kühlergrills, weiterer Zierleisten sowie der Felgen und des beschrifteten heckseitigen Nummernschilds.

Nimmt man das Dach ab, sieht man, dass auch drinnen einiges getan wurde. Das Dach wurde mit einem Dachhimmel aus Pappe versehen und am Armaturenbrett die Gravuren hervorgehoben, leider fehlt das Lenkrad. Der Boden wurde gesilbert und die Verstrebung zwischen den Sitzen in Höhe der hinteren Tür geschwärzt, vermutlich damit sie unauffälliger ist.

Ford 3500 Löschfahrzeug

Auch an diesem Löschfahrzeug wurde einiges getan. Neben den Scheiben und den Reifen sind hier auch die Haken und Stangen auf dem Dach geschwärzt. Gesilbert sind der Kühlergrill, die Stoßstange, die Trittbretter sowie die Pumpenanschlüsse (?). Wie beim Brandmeisterwagen sind die Felgen hier olivgrau bemalt. Auf dem Dach wurden zwei Blaulichter mit Fanfaren montiert, außerdem kam ein Suchscheinwerfer auf dem rechten Kotflügel. Die Schlauchhaspel am Heck wurde gegen ein neueres Modell ausgetauscht. Ein grauer Plastikrest im Kipperschlitz des Chassis deutet darauf hin, dass dieses Fahrgestellt nicht immer eine Feuerwehr war, passen tut es allerdings sehr gut.

Magirus S3500, Müllabfuhr

Dieser Müllwagen bekam ein Gelblicht mit Sockel aufgesetzt, Kühlergrill, Stoßstange, Trittbrett, Nummernschild wurden gesilbert. Dazu bekam noch der Mechanismus zu Öffnen des Aufbaus, sowie umlaufend das Heck desselben, silberne und schwarze Hervorhebungen. Wie gehabt sind wieder die Scheiben und Lüftungsgitter geschwärzt, dazu noch die Nummernschilder beschriftet und die Heckleuchten rot bemalt.

Ford 3500 Pritsche mit Anhänger

Dieser bunte Ford mit Pritsche und passendem Anhänger ist ein schönes Beispiel für die Austauschbarkeit der LKW-Aufbauten. Der Ford hatte ursprünglich wohl einen Postkoffer montiert, der weiter unten noch zu sehen sein wird. Der Anhänger ist möglicherweise so original, außer der nachträglich getauschten und falsch montierten Deichsel. Stirnseitig war bei beiden Pritschen mal ein Reifen angeklebt, sodass man davon ausgehen kann, dass auch die LKW-Pritsche ursprünglich auf einem Anhänger saß.
Am Ford wurden der Kühlergrill, die Trittbretter, die Stoßstange sowie die Felgen gesilbert und die Fenster geschwärzt. Außerdem wurde das Chassis unter der Pritsche mit einem Fasermaler rot eingefärbt sowie die Kardanwelle mit Auspuff und Verstrebungen geschwärzt.

Büssing Koffer-LKW mit Anhänger

An diesem Büssing findet sich der Postkoffer des eben gezeigten Ford wieder. Der Spender des zweiten Postkoffers wird später vorgestellt. Der Büssing hatte ursprünglich eine graue Pritsche, die auch später noch auftauchen wird, der Anhänger besaß die blaue Pritsche die nun auf dem eben gezeigten Ford sitzt. Abgesehen von diesem Teiletausch bekam der Anhänger noch eine Kunststoffdeichsel (erneut falsch montiert) sowie die ansonsten beim Ackermann-Möbelanhänger verwendeten Räder. Auch der Büssing bekam die dazu passenden Felgen, die ansonsten auf dem Opel Blitz verwendet wurden.
Sowohl LKW als auch Anhänger wurden umfangreich bemalt. Beide Koffer bekamen einen umlaufenden blauen Streifen aus Papier, Anhänger-Chassis und LKW-Koffer einen Ersatzreifen. Kühlergrill, Türgriffe, Stoßstange und Felgen wurden gesilbert. Die Scheiben, Vertiefungen der Stoßstange, sowie die Achshalterungen am Anhänger und der Unterflur-Motor samt Kardanwelle wurden geschwärzt, an beiden Koffern rote Rücklichter ergänzt

MB L3500 Pritsche mit Anhänger

Nach den beiden farbenfrohen Lastzügen folgt nun ein komplett graues Modell. Die Pritsche des Anhängers weist sowohl blaue (vom Büssing) als auch gelbe (vom Ford) Kunststoffspuren an den Klebestellen auf, ursprünglich gehörte sie wohl auf den blauen Büssing. Ansonsten hat auch er eine Kunststoffdeichsel sowie neue Räder bekommen. Der Mercedes war eigentlich mal ein Muldenkipper und besitzt noch die entsprechende silberne Abdeckplatte auf dem Chassis, nun trägt er eine graue Pritsche.
Die Bemalung hält sich diesmal in Grenzen, neben den schwarzen Scheiben und dem beschrifteten Nummernschild am Anhänger gibt es nur die übliche Silberung von Kühlergrill, Stoßstange, Mercedesstern und Felgen.

MB L3500 Muldenkipper

Dieser Mercedes war ursprünglich Träger des beim Büssing gezeigten Postkoffers, die Mulde bekam er vom eben vorgestellten grauen MB L3500, leider ist diese hier nun fest geklebt. Passend für ein Baustellenfahrzeug bekam er die grobstollige Reifen eines Unimog auf der Hinterachse (allerdings nur außen).  Ansonsten beschränken sich die Maßnahmen hier auf Schwärzung der Scheiben sowie Silberung von Kühlergrill (abweichend vom Vormodell), Mercedesstern, Stoßstange und Trittbrettern (ebenfalls abweichend vom Vormodell) sowie der Radnabe an der Hinterachse.

Büssing 8000 Pritsche

An diesem Büssing 8000 wurde wenig verändert, es gibt keine Teile die mit anderen Modellen ausgetauscht werden könnten, außerdem sind Kabine und Pritsche ein Formteil. Zusätzlich zur originalen Bemalung wurden die seitlichen Zierleisten der Motorhaube sowie die Türgriffe gesilbert. Positionsleuchten, Tank, Felge der Hinterachse sowie die Radmuttern (!) und Nabe der Frontachse wurden mit dem dunkelroten Stift bemalt. Bei diesem Modell handelt es sich um den einzigen verglasten LKW dieser Sammlung.

White Zementsattelzug

An diesen White Zementsattelzug wurden am Heck ein Reserverad sowie ein Ölfass ergänzt, ansonsten sind nur die Bemalungen zu erwähnen. Scheiben und Kühlergrill wurden geschwärzt, Stoßstange, Lüftungsklappen auf der Motorhaube, Trittfläche hinterm Führerhaus, Aufliegerrollen, Silo-Kappen und Felgen wurden gesilbert.

White Zugmaschine, grau

An diesem grauen White wurden nur die Lüftungsklappen sowie die Trittfläche gesilbert, Scheiben, Kühlergrill und Reifen wurden geschwärzt, die Felgen sind olivgrau. Stoßstange und Tanks sind dunkellila-metallic bemalt, vermutlich sollten auch sie schwarz sein, es wurde aber ein anderer Stift verwendet.

White Zugmaschine, braun

An diesem White wurde ganz anders bemalt, geschwärzt sind nur die Scheiben, Kühlergrill und die Nabe des Ersatzrades. Gesilbert wieder Lüftungsklappen, Stoßstange, Trittfläche und Nabe der Hinterachse. Ansonsten wurde nichts bemalt, nur die äußeren Reifen der Hinterachse sowie der Ersatzreifen gegen die Räder eines Unimogs ausgetauscht. Zusammen mit dem bereits am Muldenkipper verwendeten sind nun alle fünf Reifen eines vermutlich schrottreifen Unimogs wiederverwendet worden.

White Abschleppwagen

Wie bereits der Müllwagen bekam auch dieser Abschleppwagen ein Gelblicht mit Sockel aufgesetzt. Außerdem wurden vor der Windschutzscheibe ein Draht als Antenne heißt eingesetzt. Geschwärzt sind wieder Scheiben und Kühlergrill sowie diesmal nur der Einfüllstutzen des rechten Tanks. Gesilbert sind Stoßstange, Lüftungsklappen, Trittfläche sowie der Heckabschluss unter dem Aufbau und die Felgen. Die Seiten der Seilwinde wurden mit dem dunkelrot-metallic bemalt, dass ansonsten häufig bei Rückleuchten eingesetzt wurde.

Krupp Titan mit Anhänger

An diesem Krupp Titan wurde nur die Deichsel des Anhängers ausgetauscht (wie üblich falsch montiert), ansonsten sind alle Teile original. Bemalt wurde diesmal die Scheiben (schwarz), sowie die Felgen (silbern). Abgesehen davon schien dem Künstler der Krupp Titan Lastzug nicht verbesserungswürdig.

Henschel BiMot Tanksattelzug

Das letzte Modell aus der Reihe des unbekannten Künstlers ist dieser Henschel BiMot, normalerweise ein schlichtes und aufgrund seiner Einfarbigkeit langweiliges Modell. Hier wurde nun einiges getan um diesen Eindruck zu verbessern. Die gesamten Trittflächen auf und am Rand des Tankaufliegers wurden, ebenso wie die Felgen, gesilbert, Trittleitern, Verstrebungen und Teile des Aufklebers geschwärzt. An der Zugmaschine wurde der Grill sowie der Tank-Einfüllstutzen geschwärzt, Felgen, Trittfläche und Türgriffe wurden gesilbert.
Das eigentlich Interessante ist aber die Inneneinrichtung. In die normalerweise leere Kabine wurde aus Pappe ein Fußboden eingefügt. Darin steckt eine Stecknadel als Schaltknüppel, dazu kommen eine aufgeklebte Kunststoff-Lenksäule mit einem hellroten Papier, auf dem in schwarz ein dreispeichiges Lenkrad aufgemalt wurde. Abschließend gibt es noch eine Sitzbank aus einem anderem Modell. Damit der Blick ins Innere noch besser wirkt, ist die Kabine innen mit Ausnahme des Fußraumes komplett geschwärzt.

Magirus S 3500 Pritsche

Dieser Magirus stammt aus einer anderen Quelle, wurde aber ähnlich stark bearbeitet. Eigentlich war er mal ein Feuerwehrfahrzeug, auf der Kabine ist noch die entfernte Blaulichtleiste zu erkennen. Aufgesetzt wurde eine blaue Pritsche, die samt der Plane grau übermalt wurde. Auf der Plane ist noch ein Aufkleber "Frachtkontor" zu erkennen, die Unterseite der Pritsche ist unbemalt. Scheinwerfer und Blinker wurden gelb, die Rücklichter rot aufgemalt, Kühlergrill, Trittbretter, Auspuff, Felgen und Scheibenwischer sind gesilbert. Die vordere Stoßstange ist dunkelgrau bemalt, bemerkenswert ist noch, dass das rote Chassis am Heck passend zur Pritsche blau bemalt wurde. Die Kölner Nummerschilder sind fertige Aufkleber.
Verglichen mit den vorher gezeigten Modellen, wurde hier leider recht schlampig gearbeitet.

Figuren

Ebenfalls aus einer anderen (dritten) Quelle stammen diese bemalten Figuren. Die sonst einfarbig grauen Personen wurden deutlich bunter gestaltet, auch wenn die Farbkombinationen teilweise doch Geschmackssache sein dürften. Die blonde Frau trägt tatsächlich zum roten Kleid eine lehmbraune (Leder-) Jacke, sowie eine hellblaue Tasche und graublaue Schuhe. Die Bemalung ist sauber und gut gelungen.