Meine Wikinger

Samstag, 20. Mai 2017

Norddeutsche Tiefebene - Teil 3

Wie in Teil 2 (Teil 1) angekündigt, folgt nun ein Blick auf die Umgebung des Bauernhofs.

Gartelmann Junior mit der neuen Kuh
Auf der schmalen Straße, die am Bauernhof Klatte vorbei führt, ist der Sohn von Bauer Gartelmann unterwegs. Er hat gerade eine neue Kuh für den Hof seines Vaters gekauft und bringt sie nun auf dem Anhänger des Unimogs nach Hause. Im Gegensatz zu den herkömmlichen schwarz-weißen Kühen, ist diese bronzefarben und soll besonders viel Milch geben. Ob sich das bewahrheitet bleibt abzuwarten.

Pappelreihe entlang der Straße
Wie die Landstraße ist auch diese Nebenstraße durch einige Pappeln gesäumt. Die Ecke der durch Hecken eingerahmten Weide wird durch eine große Birke markiert.

Familie Behrens beim Spaziergang
Gleich nebenan stehen die restlichen Kühe von Bauer Gartelmann auf der Weide. Zusätzlich zum satten Grün um sie herum, haben sie noch eine extra Tränke (RS-Modell) weiter hinten. Zur Landstraße hin ist die Weide durch eine Hecke abgegrenzt, an der entlang gerade die junge Familie Behrens mit dem Kinderwagen unterwegs ist.

Schwerverkehr auf der Landstraße
Ihren VW Käfer hat Familie Behrens direkt an der Landstraße geparkt. Diese ist sogar als Fernverkehrsstraße eingestuft und hat daher auch einiges an Verkehr zu bieten. In diesem Fall besteht dieser aus einem Büssing 8000 und einem MB L 3500 Lastzug, der bündig mit großen Kisten beladen ist. Hinter der Kuhweide knickt die Landstraße leicht ab und führt durch ein kleines Waldstück (Nadelbäume von Faller, RS-Modell, Vero, Scheffler und verm. VEB Kunstblume Sebnitz).

Kuhweide mit angrenzendem Waldstück
Am Waldrand neben der Kuhweide steht ein Hochsitz (Brawa), umgeben von hohen Tannen (Scheffler) und dadurch gut getarnt. Dieser ist natürlich nicht für die Kühe gedacht, sondern für Rehe und andere Waldtiere, die sich in der Dämmerung auf die Weide trauen.

Familie Ahrens mit ihrem Borgward am Waldrand
Ebenfalls am Waldrand, und zwar direkt an der Landstraße, steht der Borgward von Familie Ahrens mit kleinem Anhänger. Eine Schranke (unbekannter Hersteller, DDR) versperrt Herrn Ahrens und seinen Kindern den Weg in den Wald, wo sie eigentlich Brennholz holen wollten. Das Schild bezieht sich zwar nur auf Sonn- und Feiertage, aber so recht trauen sie sich trotzdem nicht.

Futterraufe im Wald
Am Ende des durch die Schranke gesperrten Waldwegs steht eine Futterraufe (Preiser) auf einer kleinen Lichtung. Statt Rehen sind aktuell zwei eher exotische Tiere zu Besuch an der Futterstelle ;-)

Gartelmann Junior biegt auf die Landstraße ein
Folgen wir der Landstraße wieder zurück Richtung Bauernhof sehen wir, wie der Unimog gerade auf die Landstraße abbiegt. Das Gewichtslimit von 5,5t dürfte er eingehalten haben, wobei das hier eigentlich niemanden so genau interessiert. Der Unimog und der Anhänger sind die neuesten Fahrzeuge von Bauer Gartelmann. Im Gegensatz zu den anderen Fahrzeugen auf der Landstraße, haben sie sogar ein Reifenprofil.

Pullmann-Bus an der Haltestelle
Gegenüber der Schafweide von Bauer Klatte befindet sich eine Bushaltestelle. Eingerahmt von zwei Zäunen (Hoffmann) und einer Hecke (Vau-Pe) wartet dort eine Familie mit Kind auf den gerade ankommenden Bus.

Heuwiese neben der Schafweide
Neben dem Bauernhof befindet sich eine große Wiese mit ein paar Birken und Büschen, die hauptsächlich der Heugewinnung dient. Da sie ansonsten weitestgehend sich selber überlassen ist, finden sich hier auch immer wieder einige Wildtiere. Zwei davon verstecken sich im Gebüsch unterhalb einer großen Birke.

Unbemerkt von den benachbarten Schafen warten hier im Gebüsch zwei Norddeutsche Flachlandlöwen auf eine günstige Gelegenheit ;-)
(Leider ist die Auswahl an heimischen Wildtieren eher begrenzt, auch Wiking bietet nur Exoten oder domestizierte Tiere.)

Kühe auf der Landstraße
Während Tiere und Straßenverkehr meist klar getrennt sind, treffen sie doch manchmal aufeinander, wenn die Tiere zu einer anderen Weide gebracht werden. In diesem Fall muss eine Gruppe Kühe die Landstraße entlang geführt werden. Je ein Helfer grenzt die Gruppe nach vorne und hinten ab, durch ein zwischen ihnen gespanntes Seil werden die Tiere am Straßenrand gehalten. Zwei Tempo-Dreiräder versuchen hier eine Lücke im Gegenverkehr zum Überholen zu nutzen.


Eine kleine Schafherde blockiert die Straße
Nicht ganz so gut läuft es in der kleinen Nebenstraße. Der Schäfer hatte versucht mit nur vier seiner Hunden seine Schafe zu einer anderen Weide zu führen. Das ging auch ganz gut, bis der blaue Ford kam. Nun geht es nicht mehr weiter und die nervösen Schafe lassen sich kaum noch kontrollieren. Für den Fahrer des Autos hilft hier wohl nur ein wenig Geduld.

Blick die Landstraße entlang
Zum Abschluss schauen wir noch einmal auf die Landstraße, auf der wieder reger Verkehr herrscht. Eine kleine Warteschlange hat sich hinter dem Gespann von Bauer Klatte gebildet, der nun aber in die Nebenstraße abbiegt und die Landstraße somit wieder frei gibt.


Die Hecken rund um die Schafweide stammen von RS-Modell, ebenso die Tanne im Gemüsegarten, die blühenden Hecken ganz am Ende der Landstraße sind von Hoffmann. Alle weiteren Bäume, Hecken und Sträucher stammen von Faller, sofern kein anderer Hersteller genannt wurde. Alle weiteren nicht benannten Zubehörteile, sowie alle Fahrzeuge und Figuren sind von Wiking.


Ich hoffe dieser Ausflug auf's Land hat gefallen! Es war mal eine Gelegenheit, ein völlig anderes Diorama zu bauen, als die üblichen Stadtszenen, bei denen die Autos häufig im Mittelpunkt stehen.

Samstag, 13. Mai 2017

Norddeutsche Tiefebene - Teil 2

Nach dem Überblick in Teil 1, schauen wir uns heute etwas auf dem Hof von Bauer Klatte um.

Bauer Klatte auf dem Weg zum Markt
An die breite Zufahrt schließt sich ein Hof an, der von dem Wohnhaus (RS-Modell), einem Stall (Hersteller unbekannt) und zwei Wellblechgaragen umgeben ist. Neben zwei großen Birken wird die Einfahrt auch von zwei Blumenkübeln eingerahmt. Zum gepflegten Eindruck trägt auch die gestutzte Hecke (RS-Modell) bei, die die Zufahrt zur Weide hin abgrenzt.

Frau Klatte in ihrem Garten
Auf der Rückseite des Wohnhauses liegt das Reich von Frau Klatte. Hier liegen ihre Gemüsebeete und ein Frühbeet (Faller) hilft bei der Aufzucht der Pflanzen. Was sich in den Säcken und Kisten neben dem Frühbeet verbirgt, bleibt aber ihr Geheimnis.

Blühende Obstbäume neben dem Schweinegehege
Direkt an die Gemüsebeete grenzt eine kleine Streuobstwiese mit bunt blühenden Obstbäumen (Vau-Pe) an. Ein Arbeiter bringt dort Frau Klatte gerade noch mehr der geheimnisvollen Kisten. In Hintergrund sieht man das Schweinegehege, das wir uns nun als nächstes anschauen werden.

Fütterung der Schweine durch die Magd
Hier hat die Magd gerade einen Eimer Küchenabfälle zu den Schweinen gebracht. Als Allesfresser helfen sie so kostengünstig bei der Müllentsorgung und liefern gleichzeitig noch Fleisch für Tisch und Markt. Wie erwartet stürzen sich fast alle Schweine sofort auf das Futter, nur ein Nachzügler steckt noch knietief im Schlamm. Ein weiteres Schwein wendet sich lieber gleich an die Magd und bettelt mit großen roten Augen um eine Extraportion.

"Mama, fahren wir heute wieder bei den Pferden vorbei?"
An die Straßen grenzt die Pferdeweide des Hof Klatte mit aktuell drei Pferden. Eine Mutter mit zwei Kindern ist zu Besuch, ihre Fahrräder lehnen am Zaun (Faller). Zwei Pferde haben sich anlocken lassen und werden nun von den Kindern mit Grasbüscheln gefüttert.

Die Hunde haben die Schafherde im Griff
Auf der anderen Seite der Einfahrt liegt eine große Weide mit ein paar Birken. Eine übersichtliche Schafherde wird hier vom Schäfer mit Hilfe einer Übermacht an Hütehunden kontrolliert. Gleich 10 Hunde haben die Schafe eingekreist, damit sie auf eine neue Weide geführt werden können.

Ein kleiner Brunnen versorgt die Tiertränke
Mit zur Schafweide gehört eine Tiertränke (Scheffler), die an der Rückseite der Wellblechgaragen steht. Direkt hinter ihr ist durch einen kleinen Zaun (Hoffmann) ein unüberdachter Stellplatz abgetrennt, den wir uns nun näher anschauen werden.

Zwischen den Garagen ist der alte Mercedes LKW abgestellt
Keiner weiß so ganz genau, woher Bauer Klatte den alten Mercedes LKW hat, ob er wohl wirklich aus Beständen der Wehrmacht stammt? Jedenfalls hatte er ihn bei seiner Rückkehr aus dem Krieg irgendwie organisiert. Nun steht er vorübergehend abgestellt zwischen den beiden Wellblechgaragen und wartet zwischen allerlei Gerümpel darauf, wieder gebraucht zu werden.

Klönschnack unter Männern
Auf dem Hof steht der blaue Goliath vom benachbarten Bauern Gartelmann. Zusammen mit seinem Hund ist er zu Besuch bei Bauer Klatte, wo man sich gern zum Klönschnack unter Männern trifft. Auf der Bank vor dem Wohnhaus haben ihn schon die Brüder Tietjen erwartet, und wo sie sind, ist auch das nächste Getränk nicht weit. Ein ganzer Kasten steht auf der Anhängerdeichsel bereit. Die beiden alten Anhänger warten in dieser Ecke des Hofs auf ihren nächsten Einsatz und dienen bis dahin als Lager.

Im nächsten Teil schauen wir uns die weitere Umgebung des Bauernhofs an.

PS: Klatte, Gartelmann und Tietjen sind alteingesessene Bremer Familien und Namensgeber mehrerer Höfe im Bremer Raum. Ihre Verwendung dient nur der Belebung dieses Dioramas. Die Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Namensträgern sind rein zufällig.

Samstag, 6. Mai 2017

Norddeutsche Tiefebene - Teil 1

Wenn ich mir früher Fotos in Modellbahnmagazinen, -prospekten oder -büchern angesehen habe, hat mich immer gestört, dass ich meine Welt nicht so richtig darin wieder erkannt habe. Ich bin in Bremen aufgewachsen, kenne also die Norddeutsche Tiefebene, die Küste und wenn wir in die Berge gefahren sind, ging es in den Harz. Mit der Schwarzwaldromantik oder dem Alpenidyll, das oft auf den Anlagen gezeigt wurde, hat dies recht wenig zu tun. Teils erst Jahre später erkannte ich immer wieder "so etwas gibt es ja wirklich", als ich in die entsprechenden Gegenden fuhr. Konstruktionen, die ich als Kind/Jugendlicher auf die begrenzten Platzverhältnisse der meisten Modellbahnanlagen geschoben hatte, gab es also auch in Wirklichkeit. Auch hier durch begrenzten Platz oder geographische Gegebenheiten bedingt. In Norddeutschland ist so etwas selten, hier hat man Platz und meist recht ebene Flächen.

Typische norddeutsche Rasterlandschaft
Auf Modellbahnanlagen ist eine solche Landschaft selten. Während der süddeutsche Schwerpunkt der Anlagen sicherlich auch durch die Herkunft der wichtigsten Hersteller begründet ist, hat er auch ganz praktische Vorteile. Eine Gestaltung auf verschiedenen Ebenen bietet viele Möglichkeiten und wirkt nicht so schnell überladen. Berge und Tunnel verstecken und verschleiern selbst die absurdesten Gleisführungen und ermöglichen eine mehrfache Nutzung der gleichen Grundfläche. Ein einzelnes Gleis könnte man vielleicht noch in einem Deich verstecken, aber wie erklärt man die notwendigen Tunnelportale?
Natürlich vergaßen die erwähnten Hersteller auch den Norden der Republik nicht. Es gab das Fischerhaus von Faller oder das Friesenhaus von Kibri. Aber das ist für mich wiederum zu weit nördlich ;-)

Gerade Straßen, rechteckige Wiesen, Weiden und Waldflächen
Da mir für Dioramen zum Glück eine recht große Fläche zur Verfügung steht (eine alte Zimmertür), habe ich nun versucht, einmal die Weitläufigkeit und typische Elemente der Norddeutschen Tiefebene nachzubilden. Straßen sind weitestgehend gerade, die Weiden rechteckig abgetrennt, ebenso die klar umrissenen Waldflächen. Dabei lässt sich die Unterteilung häufig an Baumreihen erkennen, auf die meist parallel dazu vorhandenen Gräben habe ich hier verzichtet.

Bauernhof der Familie Klatte
Wir befinden uns nun also Anfang der 1950er Jahre irgendwo im ländlichen Bremer Umland. An einer Landstraße liegt der der Bauernhof der Familie Klatte zwischen drei Weiden, einer Wiese und einem kleinen Waldstück. Wie viele seiner Kollegen hat sich Bauer Klatte noch nicht spezialisiert, sondern versorgt sich und seine Kunden auf dem Markt mit allerlei landwirtschaftlichen Produkten. Neben Schweinen, Kühen und Schafen (aus der DDR, erst Hels, dann Herr, später VEB Harzer Schmuck Quedlinburg), gehören auch drei Pferde (dito) zu seinem Hof. Außerdem kümmert sich Frau Klatte um die Streuobstwiese (blühende Bäume von Vau-Pe) und den Gemüsegarten hinter dem Haus.

Viel Verkehr auf der Landstraße
In den nächsten Beiträgen werden wir einen genaueren Blick auf das werfen, was auf dem Hof und in seinem Umfeld alles passiert. Dazu gehört auch diese Landstraße, an der nicht nur die Telefonleitung (Masten von Trix) verläuft, sondern auch eine Bushaltestelle direkt vor Klattes Hof liegt. Der Bereich um die Bushaltestelle und die Hofeinfahrt ist als Gefahrenbereich markiert, damit die Autofahrer auf der sonst schnurgeraden Strecke nicht unaufmerksam werden.


PS: Wiking-Puristen mögen sich an dem recht geringen Wiking-Anteil des Dioramas stören. Wer mich kennt, weiß aber, dass mir gerade auch die Kombination mit zeitgenössischen Fremdherstellern Spaß macht. So erweitern sich die Möglichkeiten erheblich, denn Wiking bietet zwar viel, aber nicht alles.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Fahrgäste für den Daimler Motorwagen von 1886

Beim Umräumen meiner Modelle kam mir spontan die Idee zu der folgenden Zusammenstellung.

Der Daimler-Motorwagen in 1:40 mag nie so richtig zu anderen Modellen passen, dabei sieht er gar nicht so schlecht aus. Vor allem wenn man bedenkt wie alt er schon ist. Ebenfalls recht einsam in meiner Sammlung sind die Fahrgäste für den VW T1 in 1:40. Ich besitze keinen solchen VW Bus und in die Käfer passen sie nicht, da die Beine nicht in den Fußraum passen.

Mit dabei haben sie etwas Gepäck. Zwei Koffer liegen vorne im Fußraum, einen weiteren hat der Fahrgast neben sich. Zwischen ihnen findet noch das Schminkköfferchen der Dame Platz. Die Koffer sind zwar für H0 gedacht, aber Koffer gibt es ja in allen Größen, also passen sie auch hier.

In den Daimler Motorwagen passen die Figuren dagegen recht gut. Die beiden Personen auf der hinteren Sitzbank bringen sogar schon den notwendigen Platzhalter mit, damit sie nicht direkt am Motor sitzen. Nur die Frau mit angegossenem Kind passt leider nicht mehr vorne neben den Fahrer. So bleibt es bei diesen drei Personen.
Ebenfalls eigentlich für H0 gedacht ist die große Pappel von Faller. Während die kleine und mittlere gut auf H0-Dioramen passen, wirkt die große dort etwas überdimensioniert. Mit 0,90 DM war sie damals auch nicht gerade günstig und wurde daher selten gekauft.

So ist diese Szene irgendwie auch eine Ansammlung von Außenseitern meiner Sammlung ;-)

Wer mehr alte (und neue) Motorwagen sehen möchte, findet sie hier: h0-klassiker